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Nachdenkliches zum Dickdarmkrebs

Früherkennung kann Leben retten

Robert Gernhardt, Schriftsteller, Maler, Zeichner und Karikaturist veröffentlichte 2004 den Gedichtband 'Die K-Gedichte'.
Dieser Gedichtband ist eine sehr persönliche und nachdenkliche Auseinandersetzung mit dem Thema Dickdarmkrebs.
Robert Gernhardt war selbst Betroffener. Am 30. Juni 2006 erlag er seiner schweren Krankheit.

Zum guten Schluss ein
ein wirklich guter Rat


Ungutes ist zu berichten,
Dickdarmkrebs trifft alle Schichten.
Fünfzigtausend fällt er an,
und das jährlich,
dreißigtausend sterben dran,
sein wir ehrlich:
Totsein hilf nicht wirklich weiter.
Überleben wär gescheiter,
und das geht, vorausgesetzt,
daß dem Tod, ders Messer wetzt,
letzteres zu Boden sinkt,
ehe er den Stich anbringt.

So en Tod geht über Leichen.
Nicht durch Worte zu erweichen,
muß man ihn durch Taten hindern,
unsre Lebenszeit zu mindern.
Jedem Heut folgt ein Morgen,
also gilt es vorzusorgen,
was im Falle Darmkrebs heißt,
daß man etwas Mut beweist
und den Darm charakterfest
einer Spiegelung überlässt.

Einer Spiegelung? Einer Reise!
Langsam, lichtgestützt und leise
dringt ein Auge is Gekröse,
übermittelt gute, böse
Bilder, und ein Monitor
stellt sie Arzt und Model vor:
Rote Grotten, feuchte Schlunde,
hie Polypen, die im Grunde
harmlos sind, hie fahle Flecken,
die beim Arzt Verdacht erwecken.




Zwick! entnimmt er mittels Zange
eine Probe, und nicht lange
drauf vermeldet das Labor:
Stimmt, hier liegt ein Tumor vor.
Zack! Der Krebs hat sich geoutet,
weshalb unser Fazit lautet:
Besser ist´s, den Krebs zu schneiden,
als das Sterben zu erleiden.
Schöner ist´s zu therapieren,
als Gesundheit zu verlieren.
Haarig ist die Therapie,
aber immer,
kürzer lebt man ohne sie.
Das ist schlimmer.

Daher lautet meine Meaning.
Unterzieht euch diesem Screening,
da selbst der, der kein Prophet ist,
weiß, daß nicht mehr früh zu spät ist.
Früherkennung sei das Motto!
So ein Krebs ist zwar ein Lotto,
das, dem Zufall unterstellt,
den verschont und den befällt,
doch ein Schicksal ist er nciht.
Flackert auch das Lebenslicht,
kann doch der ders früh erkennt,
helfen, daß es weiterbrennt.
Helfen. Das meint nicht: Erzwingen.
Doch beim Krebs kann gelingen,
wonach alles Leben strebt,
nämlich: Daß es weiterlebt!

zitiert aus Robert Gernhardt, 'Die K-Gedichte'
erschienen im S. Fischer Verlag GmbH, 2004

  Dr. med. Hans-Albrecht Meyer | Arzt für Innere Medizin | Burgstraße 1 | 73033 Göppingen | Tel. (07161) 96 93 96 | Fax 96 93 98