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Zöliakie (Glutenunverträglichkeit)

Die Krankheit wird durch eine Überempfindlichkeit gegenüber bestimmten Eiweißbestandteilen verschiedener Getreidearten, nämlich dem Klebereiweiß Gluten (auch Gliadin genannt) verursacht.
Bei Entdeckung im Kindesalter wird die Krankheit als Zöliakie, bei Erstdiagnose im Erwachsenenalter dagegen in der Regel als einheimische Sprue bezeichnet (im Gegensatz zur tropischen, durch einen Erreger verursachten Sprue).

Die Folge ist meistens eine Schädigung der Dünndarmschleimhaut, so dass Nährstoffe nicht mehr ausreichend verdaut und vom Darm resorbiert werden können. Insbesondere Nahrungsfette und die fettlöslichen Vitamine A, D, E und K können kaum mehr aufgenommen. Es kommt dadurch meist zu Durchfällen, Gewichtsverlust und Mangelzuständen. Ferner kann die Aktivität der zuckerspaltenden Enzyme der Dünndarmschleimhaut beeinträchtigt sein. Daraus resultiert häufig eine Milchzucker-Unverträglichkeit (sekundärer Laktase-Mangel).

Auch das Ausmaß einer Schuppenflechte (Psoriasis) kann durch eine zusätzliche Gluten-Unverträglichkeit negativ beeinflusst werden. Ferner bestehen Zusammenhänge mit der Hauterkrankung Dermatitis herpetiformis Duhring.

Die Therapie besteht in dem konsequenten Meiden des Klebereiweißes. Die Getreidearten Weizen, Roggen, Gerste sowie deren Produkte müssen konsequent gemieden werden. Dies ist nicht immer einfach, da viele Lebensmittel Getreide enthalten können, ohne dass es auf der Zutatenliste erscheint. Gluten kann zum Beispiel in der Deklaration "Pflanzeneiweiß-Erzeugnis" versteckt sein. Vorsicht ist auch bei Lebensmitteln geboten, die aus anderen EU-Ländern kommen. Sie unterliegen einer liberaleren Deklaration. Am sichersten ist man bei völlig unbearbeiteten Lebensmitteln und bei diätetischen Waren, die mit einer durchkreuzten Ähre gekennzeichnet sind. Spezielle diätetische Lebensmittel sind im Reformhaus und über den Direktversand der Hersteller erhältlich.






Die Durchführung einer glutenfreien Diät zieht eine einschneidende Umstellung der Lebensweise nach sich und ist daher besonders am Anfang nicht einfach. Das konsequente Durchhalten lohnt sich aber auf jeden Fall. Schon nach wenigen Wochen stellt sich eine Beschwerdefreiheit ein. Aber auch dann gilt es, die Diät konsequent fortzusetzen, sonst treten die Beschwerden innerhalb kürzester Zeit wieder auf.

Auch kann eine nicht konsequent glutenfreie Ernährung eventuell zu schweren Folgeerkrankungen führen, selten auch zu einer bösartigen Erkrankung des Darmlymphsystems. Nach drei Monaten glutenfreier Ernährung sollten die Sprue-assoziierten Antikörper im Blut kontrolliert werden. Wenn sich diese Laborwerte normalisiert haben, folgt eine neuerliche Magenspiegelung mit Probenentnahme aus dem tiefen Dünndarm. Wenn es nach Normalisierung der Blut- und Gewebeproben später zu einer neuerlichen, anhaltenden Diarrhoe oder einem Gewichtsverlust kommt, muss der Dünndarm erneut kontrolliert werden.


Weitere Informationen erhalten Sie auch bei der Deutschen Zöliakie-Gesellschaft e.V., Filderhauptstr. 61,
70599 Stuttgart, Telefon 0711 /45 45 14, Fax 0711 / 4 56 78 17 beziehungsweise im Internet unter www.dzg-online.de.










  Dr. med. Hans-Albrecht Meyer | Arzt für Innere Medizin | Burgstraße 1 | 73033 Göppingen | Tel. (07161) 96 93 96 | Fax 96 93 98