Startseite | Hinweis | Datenschutz | Impressum | Sitemap | Facharztprogramm

Laktose-Intoleranz

Laktose ist ein in der Milch natürlich enthaltener Milchzucker. Dieser Doppelzucker setzt sich aus den beiden Einfachzuckern Glukose (Traubenzucker) und Galaktose zusammen.
Milchzucker kann vom Darm nicht direkt aufgenommen werden, dies gelingt erst in Form der Einfachzucker Glukose und Galaktose. Daher muss der Milchzucker im Dünndarm erst durch das Enzym Laktase aufgespalten werden. Im Falle einer Laktose-Intoleranz kommt es zu einem absoluten oder relativen Mangel an diesem Enzym. Hierdurch bleibt der Milchzucker ungespalten und gelangt unverdaut in den Dickdarm, wo er von den Darmbakterien vergärt wird und somit Beschwerden auslöst.

Die typischen Symptome einer Laktose-Intoleranz:

  • Völlegefühl
  • Blähungen
  • Durchfall

Häufig wird die Laktose-Intoleranz mit einer Milcheiweiß-Allergie verwechselt. Eine Laktose-Intoleranz ist jedoch nur eine Lebensmittel-Unverträglichkeit auf Grund eines Enzymmangels und keine allergische Reaktion.
Laktase-Mangel ist bei der überwiegenden Mehrheit (70-90%) der erwachsenen Weltbevölkerung zu beobachten. So vertragen beispielsweise fast alle Bevölkerungsgruppen Afrikas und Asiens keinen Milchzucker. Aber auch in Deutschland leiden ca. 15% der Erwachsenen unter einem Laktase-Mangel.

Laktose ist in Kuhmilch und allen mit Milch zubereiteten Produkten enthalten. Aber auch Schafs- und Ziegenmilch enthält Laktose. Eine Behandlung der Milch z.B. durch Aufkochen führt nicht zu einer Aufspaltung der enthaltenen Laktose.

Milchzucker wird zudem oft auch Lebensmitteln als Stabilisator, Emulgator oder Verdickungsmittel zugesetzt.

Das nötige Meiden von laktosehaltigen Lebensmitteln hängt dabei vom Schweregrad der Erkrankung ab, also davon, welche Menge an Milchzucker vertragen werden. Dies reicht von einer leichten Intoleranz bis zur völligen Unverträglichkeit.

Allerdings kommt es nur selten schon bei sehr geringen Laktosemengen zu einer Unverträglichkeitsreaktion. So werden bei leichtem Schweregrad der Milchzucker-Unverträglichkeit 8-10 g Laktose, bei mittlerem Schweregrad bis zu 1 g Laktose pro Tag problemlos vertragen.

Die Therapie des Laktase-Mangels besteht darin, auf Milch und Milchprodukte wie Sahne, Buttermilch und Molke zu verzichten, wobei geringe Mengen Milch, z.B. im Kaffee, oft problemlos vertragen werden. Butter und Käse dagegen, ausgenommen Frischkäse und Quark, können meistens problemlos konmiert werden, da bei der Butter- und Käseherstellung der Milchzucker in Form von Buttermilch oder Molke abgetrennt wird.

Auch nicht pasteurisierter, das heißt nicht erhitzter Naturjoghurt wird in der Regel gut vertragen, ebenso Sauerrahm, Schmand und Creme fraiche, da die beigefügten milchsäurebildenden Keime den Milchzucker abbauen. Allerdings gibt es auch Joghurt, dem in der Molkerei Milchpulver zugesetzt wurde, und der somit einen relativ hohen Laktosegehalt aufweist.

Alternativ gibt es die Möglichkeit, das fehlende Enzym in Form von Tabletten oder Tropfen zu substituieren (siehe unten) oder spezielle laktosefreie Milchprodukte einzukaufen. Im Lebensmittelhandel gibt es H-Milch, aber auch Schlagsahne, Schokomilch und Joghurt, die durch Laktasezusatz in der Molkerei laktosefrei gemacht wurden.

Entsprechende Laktase-Präparate sind in der Apotheke oder über Versandhandel und Internet rezeptfrei erhältlich.

Hier eine Auswahl:

  • Lactrase Kapseln (3300 I.E. Laktase pro Kapsel) (100 Kapseln ca. € 13,75)
  • Lactrase Plus 9000 FCC Kapseln (9000 I.E. pro Kapsel) (60 Kapseln ca. € 17,50)
  • Cauluca-Kautablette (2000 I.E. pro Tablette)(100 Kapseln ca. € 24,97)
  • Laluk Kautabletten (1000 I.E. pro Tablette) (100 Tabletten ca. € 19,23)
  • Kerulac Tropfen

Mein Tipp:

Die Laktase-Dosierung ist individuell sehr unterschiedlich. Faustregel: 6.600 I.E. pro 5 g Laktose (entsprechend 2 Kapseln Lactrase). Die benötigte Dosierung kann dabei zwischen 3.300 und 16.500 I.E. (entsprechend 1-5 Kapseln Lactrase) schwanken.

Auch ist es möglich, laktosefreie Milch durch Zugabe von Laktase selbst herzustellen. Das Enzym wird dabei 24 bis 48 Stunden vor dem Konsum hinzugegeben und die Milch weiterhin bei 4° C im Kühlschrank aufbewahrt.

Laktose-Gehalt von wichtigen Lebensmitteln (Gramm Laktose pro 100 g bzw. 100 ml):

  • Butter: 0,6
  • Frischkäse: 3,4
  • Hartkäse: 0,1-3,0 (je nach Sorte!)
  • Camembertkäse: 0,1-1,8 (je nach Sorte!)
  • Joghurt: 3,2
  • Milch: 4,5
  • Kondensmilch: 9,0-12,5
  • Sahne: 3,3
  • Schnittkäse: 1,0-2,0
  • Speisequark: 2,5-3,2
  • Eiscreme: 6,0

Milchzucker ist ein guter Aromaträger sowie ein gutes Bindemittel und wird daher vielen Lebensmitteln, insbesondere Fertigprodukten, zugesetzt. Folgende Lebensmittel können daher ebenfalls Milchzucker in größeren Mengen enthalten:

  • Brot, Backwaren, Kuchen, Backmischungen, Waffeln und Kekse
  • Fertiggerichte wie Pizza, Tiefkühlfertiggerichte und tiefgekühlte Gemüsezubereitungen
  • Süßwaren wie Eiscreme, Schokolade, Bonbons, Riegel, Nuss-Nougatcreme, Pralinen
  • Wurstwaren wie Würstchen, Leberwurst, fettreduzierte Wurstwaren und Wurstkonserven
  • Instant-Erzeugnisse wie Fertigsuppen und Fertigsoßen, Kartoffelpüree- und Knödelpulver, Bratlingmischungen
  • Fertigsoßen wie Grill- und Salatsoßen, Mayonaise und Gourmetsoßen
  • weitere Produkte wie Müslimischungen, Margarineprodukte, Streichcremes und aromatisierte Tees

Wissenswertes:

Auch Medikamente, Vitamintabletten, Süßstofftabletten und Zahnpasta können Laktose enthalten und in größeren Mengen oder bei schwerer Laktoseintoleranz Beschwerden bereiten.

Bei Laktoseintoleranz empfiehlt sich im Allgemeinen eine Umstellung auf Sauermilchprodukte. Die in Joghurt, Dickmilch, Kefir, Molke, saurer Sahne, Schmand und Creme fraiche enthaltenen Milchsäurebakterien haben den darin enthaltenden Milchzucker bereits zum großen Teil abgebaut.

Auch der Fettgehalt ist von Bedeutung. Vollmilchjoghurt ist besser verträglich als fettreduzierter Joghurt. Durch das Fett erhöht sich die Verweildauer des Joghurts im Darm und die Enyzme können die Laktose besser abbauen.

Folgende Lebensmittel sind laktosefrei:

  • Fleisch, Fisch
  • Obst und Gemüse (als Frischware)
  • Nüsse
  • Kartoffeln, Nudeln, Reis
  • Hülsenfrüchte
  • Getreide, Getreideflocken
  • Kräuter, Gewürze
  • Fruchtsäfte, Mineralwasser, Kaffee
  • spezielle laktosearme Milch (2,5 g Laktose / Liter

Die nötige Kalziumzufuhr bei Laktoseintoleranz kann durch Sauermilchprodukte oder Joghurt erfolgen. Aber auch in Broccoli und Grünkohl ist reichlich Kalzium enthalten.

Meine Literaturempfehlung

Weiterführende Informationen finden Sie in folgenden Büchern:

Thilo Schleip: Laktose-Intoleranz
(9,95 Euro)
ISBN 3 - 8304 - 3187 - 2
(Basisinformationen zum Thema Laktose-Intoleranz).
Christiane Hof: Köstlich kochen ohne Milchzucker
(12,90 Euro)
ISBN 3 - 8304 - 3174 - 0.

Karin Hofele: Richtig einkaufen bei Laktose-Intoleranz (7,95 Euro)
ISBN 3 - 8304 - 3140 - 6.

gute Internetseiten zum Thema

  Dr. med. Hans-Albrecht Meyer | Arzt für Innere Medizin | Burgstraße 1 | 73033 Göppingen | Tel. (07161) 96 93 96 | Fax 96 93 98