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C13 Atemtest auf Helicobacter-Bakterien

Was sind Helicobacter-Bakterien?

Das Bakterium Helicobacter pylori nistet und wächst in der Magenschleimhaut und kann dadurch unter bestimmten Umständen eine chronische Magenschleimhautentzündung (Gastritis) oder ein Magen- und Zwölffingerdarmgeschwür hervorrufen sowie die Entstehung von Magenkrebs fördern. Dank eines speziellen Enzyms ist dieser Keim in der Lage, die sonst für Bakterien tödliche Magensäure zu neutralisieren und im Magen zu überleben.

Helicobacter pylori ist eine der weltweit am meisten verbreiteten Krankheitserreger. In Europa tragen circa 50 % aller 50-jährigen den Keim im Magen, wobei die Infektion häufig nur schwach ausgeprägt ist und daher unerkannt und folgenlos bleibt, besonders wenn der Magen mit einem weniger aggressiven Bakterienstamm besiedelt ist.

Die Infektion bedarf eines 'unreifen' Immunsystems und erfolgt daher meist im Kleinkindesalter durch Schmutz oder eine Mund-zu-Mund-Infektion. Eine Neu- oder Reinfektion im Erwachsenenalter ist sehr selten.

Die Beseitigung dieses Magenbakteriums ist relativ aufwändig und gelingt nur durch Einnahme von zwei verschiedenen Antibiotika und einem die Produktion von Magensäure blockierenden Medikament.

Wie ist Helicobacter mittels Atemtest nachweisbar?

Zunächst atmen Sie nüchtern in ein Teströhrchen aus. Dann trinken Sie 200 ml Orangensaft, gemischt mit 13C markiertem Harnstoff. Diese Beigabe ist geschmacksneutral. 13C ist ein stabiles, nicht radioaktives Kohlenstoff-Isotop. Harnstoff kann der Mensch selbst nicht verdauen – er wird unverändert und unbemerkt wieder ausgeschieden. Im Magen anwesende Helicobacter-Bakterien aber verstoffwechseln den 13C-Harnstoff zu Ammoniak und Kohlendioxid (CO2). Dieses wird als 13-CO2 im Magendarmtrakt freigesetzt und von Ihrem Körper über die Lunge ausgeatmet. Die zweite Atemprobe, die Sie 30 Minuten später in ein zweites Teströhrchen ausatmen, enthält dann im Fall einer Hp-Infektion das markierte Kohlendioxid 13C-O2 als Beweis für die Helicobacter-Infektion.

  • Nehmen Sie mindestens zwei Wochen vor dem Test keine Antibiotika oder Säureblocker ein. Dazu gehören zum Beispiel Omeprazol, Esomeprazol oder Pantoprazol.
  • Sechs Stunden vor der Testdurchführung dürfen Sie nicht mehr essen, trinken oder rauchen. Bitte auch keinen Kaugummi kauen und kein Haftmittel für Zahnprothesen verwenden.



Ergebnisauswertung und Vorgehen

Das Ergebnis der Atemluftanalyse liegt uns bereits nach wenigen Tagen vor. In der Regel nutzen wir den Test, um den Erfolg einer Behandlung der Bakterien zu überprüfen. In manchen Fällen wird er auch zur Suche nach einer Infektion eingesetzt. Die Therapie mit einem Säureblocker und zwei Antibiotika, über eine Woche eingenommen, befreit in etwa 80 Prozent der Fälle anhaltend von Helicobacter-Keimen. Bei rund 20 Prozent der Patienten gelingt die Behandlung beim ersten Mal nicht. Dann stehen uns andere Antibiotika-Kombinationen zur Verfügung. Eine erneute Infektion ist im Erwachsenenalter extrem selten (die Wahrscheinlichkeit liegt unter 1 Prozent pro Jahr).

  Dr. med. Hans-Albrecht Meyer | Arzt für Innere Medizin | Burgstraße 1 | 73033 Göppingen | Tel. (07161) 96 93 96 | Fax 96 93 98